Permanent Make-up ist gut gemeint, aber nicht immer von Dauer im positiven Sinn. Ein zu dunkler Brauenton, eine verschobene Farbe, die ins Rötliche oder Bläuliche kippt, oder schlicht ein veränderter Geschmack: Es gibt viele Gründe, ein altes PMU entfernen zu lassen. Die gute Nachricht ist, dass das möglich ist. Die ehrliche Nachricht lautet, dass es Geduld, mehrere Sitzungen und realistische Erwartungen braucht.

Anders als beim frischen Auftragen ist das Entfernen ein subtraktiver Prozess, bei dem bereits eingebrachtes Pigment wieder aus der Haut gelöst werden muss. Wie gut das gelingt, hängt von Farbe, Tiefe, Alter des PMU und vom Hauttyp ab. Eine vollständige, rückstandslose Entfernung lässt sich nie garantieren.

Laser-Entfernung: zerkleinern statt herausziehen

Die Laserentfernung arbeitet mit kurzen, energiereichen Lichtimpulsen, die das Pigment unter der Haut in winzige Partikel zersprengen. Diese Partikel transportiert der Körper anschließend über das Lymphsystem ab. Verwendet werden meist Q-switched- oder Picosekundenlaser, die je nach Farbe unterschiedlich gut ansprechen.

Dunkle Pigmente wie Schwarz und Braun reagieren am besten. Schwierig wird es bei hellen, weißlichen oder mit Titandioxid versetzten Farben, die unter Laserlicht paradox nachdunkeln können. Dieser Effekt ist gefürchtet, weil aus einem hellen Braun ein dunkler Fleck werden kann, der dann ebenfalls wieder behandelt werden muss. Ein erfahrenes Studio testet deshalb zuerst an einer kleinen Stelle.

Remover: Pigment chemisch herauslösen

Die zweite Methode arbeitet mit Remover-Lösungen, oft auf Basis von Salzlösung, der sogenannten Saline-Remover-Technik, oder mit speziellen Wirklösungen. Dabei wird die Haut ähnlich wie beim PMU erneut geöffnet und die Lösung eingebracht. Sie zieht das Pigment durch Osmose nach oben, wo es mit der entstehenden Kruste abgestoßen wird.

MerkmalLaserSaline-Remover
WirkprinzipPigment zersprengenPigment herauslösen
Geeignet fürdunkle Farbenauch helle Töne
Sitzungen4 bis 83 bis 6
Heilung pro Sitzung1 bis 2 Wochen4 bis 6 Wochen
Preis pro Sitzung80 bis 200 EUR80 bis 180 EUR

Warum mehrere Sitzungen die Regel sind

Egal welche Methode gewählt wird, eine Sitzung reicht praktisch nie. Pigment sitzt in unterschiedlicher Tiefe und Konzentration, und die Haut braucht zwischen den Terminen Zeit zur Erholung. Der Abstand liegt meist bei sechs bis acht Wochen. Wer hört, dass ein einziger Termin genügt, sollte skeptisch sein.

  • Frisches, oberflächliches PMU lässt sich oft leichter lösen als jahrealtes, tiefes Pigment.
  • Mit jeder Sitzung verblasst die Farbe schrittweise, statt schlagartig zu verschwinden.
  • Ein Restschatten kann zurückbleiben, vor allem bei sehr satten oder mehrfach aufgefrischten Brauen.
  • Geduld zahlt sich aus, zu aggressives Vorgehen vernarbt die Haut.

Risiken nüchtern betrachtet

Beide Verfahren verletzen die Haut und bergen Risiken. Möglich sind Rötung, Schwellung, Krusten, vorübergehende Pigmentveränderungen der Haut und, bei unsachgemäßer Anwendung, Narben. Gerade die Saline-Technik kann bei zu intensivem Arbeiten die Haut schädigen. Beim Laser besteht das genannte Risiko des Nachdunkelns heller Farben. Eine seriöse Fachkraft klärt darüber vorab auf und garantiert kein makelloses Ergebnis.

Was den Aufwand beeinflusst

Wie viele Sitzungen am Ende nötig sind, lässt sich vorab nur schätzen, weil viele Faktoren zusammenspielen. Entscheidend ist zunächst, wie tief und wie satt das Pigment ursprünglich eingebracht wurde. Mehrfach aufgefrischte oder von Beginn an dunkle Brauen brauchen erfahrungsgemäß mehr Durchgänge als ein dezent gesetztes, bereits verblasstes Ergebnis.

Auch die Farbe selbst spielt eine Rolle. Reine Schwarz- und Brauntöne sprechen auf den Laser gut an, während Pigmente mit Weiß- oder Korrekturanteilen unberechenbar reagieren können. Dazu kommt der Hauttyp: Wer schnell zu Pigmentflecken neigt, braucht ein vorsichtigeres, langsameres Vorgehen, um die umliegende Haut nicht zu reizen.

  • Tiefe und Sättigung des alten Pigments.
  • Farbzusammensetzung, vor allem helle oder gemischte Töne.
  • Alter der Pigmentierung, frisches Material löst sich oft leichter.
  • Hauttyp und Neigung zu Pigmentveränderungen.
  • Gewählte Methode und Erfahrung der Fachkraft.

Wichtig ist, den finanziellen und zeitlichen Rahmen realistisch einzuplanen. Wer mit einer einzigen, günstigen Sitzung rechnet, wird fast immer enttäuscht. Eine vollständige Aufhellung zieht sich oft über Monate, weil zwischen den Terminen jeweils sechs bis acht Wochen Heilung liegen.

Manchmal ist die Entfernung auch nur ein Zwischenschritt. Wer ein altes, aber nicht völlig misslungenes PMU stört, muss es nicht zwingend vollständig auslöschen. Häufig genügt es, das Pigment so weit aufzuhellen, dass anschließend sauber neu gearbeitet werden kann. In diesem Fall sind weniger Sitzungen nötig als bei einer kompletten Entfernung. Diese Strategie bespricht man am besten offen mit der Fachkraft, die beide Schritte koordinieren kann, damit Aufhellung und Neuaufbau zeitlich sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.

Worauf bei der Wahl achten?

Eine PMU-Entfernung gehört in erfahrene Hände, je nach Verfahren in spezialisierte Studios mit Hygienestandards oder, bei Laserbehandlungen, in dermatologisch geführte Praxen. Wichtig ist ein ehrliches Vorgespräch, das den realistischen Aufwand, die Zahl der Sitzungen und mögliche Restschatten benennt. Lassen Sie sich abgeheilte Ergebnisse zeigen und fragen Sie nach der verwendeten Technik.

Wer statt Entfernung lieber eine Korrektur oder einen Neuaufbau überlegt, findet in unserer Kategorie Permanent Make-Up weitere Hintergründe. Welche Brauentechnik zu welchem Hauttyp passt, beschreibt der Beitrag Microblading bei fettiger Haut, und wie sich Pigment über die Jahre verändert, lesen Sie unter Permanent Make-up bei reifer Haut. Geeignete Anbieter lassen sich unter anderem über Anbietern auf beautinda.de vergleichen.