Nicht jede Falte lässt sich gleich behandeln. Während mimische Falten oft anders angegangen werden, sind Hyaluronsäure-Filler vor allem bei volumenbedingten und tiefen statischen Falten ein Thema. Sie füllen von innen auf und mildern so den Schatten, der eine Falte sichtbar macht. Das Ergebnis ist eine glattere, aber weiterhin bewegliche Mimik.

Dieser Beitrag zeigt, welche Falten sich mit Hyaluronsäure unterspritzen lassen, wie die Behandlung abläuft und wo die Methode an ihre Grenzen kommt. So lässt sich besser einschätzen, ob ein Filler überhaupt das richtige Mittel ist.

Welche Falten sich eignen

FaltenartEignung für FillerHaltbarkeit
Nasolabialfaltengut geeignet9 bis 18 Monate
Marionettenfaltengut geeignet9 bis 18 Monate
Tränenrinnegeeignet, anspruchsvoll9 bis 18 Monate
eingesunkene Wangengut geeignet12 bis 24 Monate
feine Knitterfältchenbegrenzt geeignet6 bis 12 Monate

Wie die Behandlung abläuft

Nach dem ärztlichen Gespräch und der Reinigung wird das Hyaluronsäure-Gel mit einer feinen Nadel oder einer stumpferen Kanüle in die entsprechende Hautschicht eingebracht. Die Kanüle gilt in manchen Arealen als schonender, weil sie das Risiko für Gefäßverletzungen senken kann und seltener blaue Flecken hinterlässt. Häufig enthält das Material Lidocain, was die Behandlung angenehmer macht. Je nach Areal dauert eine Sitzung 20 bis 45 Minuten, danach kann man meist direkt wieder in den Alltag.

Statische und dynamische Falten

Für die Wahl des Verfahrens ist die Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Falten zentral. Statische Falten sind auch im ruhenden Gesicht sichtbar und entstehen durch Volumenverlust, nachlassende Spannkraft und Schwerkraft. Genau hier setzen Hyaluronsäure-Filler an, weil sie das fehlende Volumen ersetzen. Dynamische, mimische Falten dagegen treten vor allem bei Bewegung auf, etwa beim Stirnrunzeln, und werden häufig mit anderen Verfahren angegangen.

In der Praxis liegen oft Mischformen vor: Eine anfangs mimische Falte gräbt sich mit den Jahren so tief ein, dass sie zur statischen Falte wird. Welche Behandlung dann sinnvoll ist, manchmal auch eine Kombination, klärt das ärztliche Gespräch. Eine seriöse Einschätzung schließt auch ein, dass nicht jede Falte behandlungsbedürftig ist und dass ein zu glattes Gesicht schnell unnatürlich wirkt.

Warum weniger oft mehr ist

Erfahrene Behandelnde dosieren zurückhaltend und verteilen das Material gegebenenfalls auf mehrere Sitzungen. So bleibt die Mimik natürlich und das Ergebnis lässt sich Schritt für Schritt anpassen, statt mit zu viel Material ein aufgeschwemmtes Bild zu riskieren.

Produkte und Konsistenzen

Für unterschiedliche Falten kommen unterschiedlich vernetzte Produkte zum Einsatz. Weichere Gele eignen sich für oberflächliche, feine Linien, festere für tiefe Falten und Volumenaufbau in Wangen oder Kinn. Bekannte Produktfamilien sind Juvederm, Belotero und Restylane. Welches Produkt passt, entscheidet die behandelnde Person anhand von Areal und Hautbeschaffenheit, nicht der Wunsch nach einer bestimmten Marke. Grundlagen dazu vertiefen wir unter Hyaluron-Filler.

Ablauf, Schwellung und Ausfallzeit

Eine Faltenunterspritzung lässt sich meist gut in den Alltag einplanen. Nach der Behandlung kann man in der Regel direkt nach Hause oder zur Arbeit, da keine Vollnarkose nötig ist. Allerdings sind in den ersten Tagen leichte Schwellungen, Rötungen und vereinzelt kleine Blutergüsse an den Einstichstellen möglich, besonders im empfindlichen Bereich um Mund und Augen.

Wer einen wichtigen Anlass vor sich hat, sollte deshalb genügend Puffer einplanen, idealerweise ein bis zwei Wochen. Blutergüsse lassen sich später mit Make-up abdecken, sobald die Einstichstellen verschlossen sind. In den ersten ein bis zwei Tagen empfiehlt es sich, intensiven Sport, Sauna, Solarium und ausgiebige Sonne zu meiden, da Hitze die Schwellung verstärken kann.

Das Ergebnis beurteilen

Das endgültige Resultat zeigt sich erst, wenn die anfängliche Schwellung abgeklungen ist, in der Regel nach ein bis zwei Wochen. Erst dann lässt sich seriös entscheiden, ob eine Feinkorrektur sinnvoll ist. Vorschnelles Nachspritzen, bevor sich das Material gesetzt hat, sollte vermieden werden.

Grenzen der Methode

  • Erschlaffte Haut lässt sich mit Fillern nicht straffen.
  • Sehr feine Knitterfältchen sprechen oft nur begrenzt an.
  • Zu viel Material kann das Gesicht aufgeschwemmt wirken lassen.
  • Mimisch bedingte Falten werden teils anders behandelt als mit Hyaluronsäure.
  • Tiefe statische Falten lassen sich meist mildern, aber nicht ganz auslöschen.

Geht es gezielt um die Lippenregion, lohnt der Blick auf Lippen aufspritzen, wo Ablauf und Haltbarkeit speziell für die Lippen beschrieben sind.

Sicherheit und Risiken

Faltenunterspritzungen sind ein medizinischer Eingriff und gehören in die Hände qualifizierter Ärztinnen und Ärzte oder ausgebildeter Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker. Mögliche Nebenwirkungen sind Schwellungen, Blutergüsse, Druckgefühl und Knötchen, selten Gefäßverschlüsse, die rasch behandelt werden müssen. Hyaluronsäure lässt sich im Bedarfsfall mit Hyaluronidase auflösen, was ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist. Eine gründliche Aufklärung über Risiken und realistische Ergebnisse gehört zu jeder seriösen Behandlung dazu. Ergebnisse sind individuell und nicht versprechbar.

Mehr Beiträge in der Kategorie Unterspritzungen. Qualifizierte Praxen lassen sich auf beautinda.de vergleichen.