Wer in größeren Städten an einem Brow-Bar vorbeikommt, sieht es oft direkt im Schaufenster: Eine Kosmetikerin spannt einen dünnen Faden zwischen Fingern und Mund und fährt damit über die Augenbraue. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich aussieht, ist eine der ältesten Methoden der Haarentfernung überhaupt. Augenbrauen-Threading hat in den letzten Jahren auch in Deutschland viele Fans gewonnen.

Die Technik stammt ursprünglich aus Süd- und Zentralasien sowie dem Nahen Osten und wird dort seit Generationen angewendet. In diesem Beitrag geht es darum, wie Threading funktioniert, wo seine Stärken liegen und für wen es sich eignet, aber auch, wo seine Grenzen sind.

Wie die Fadentechnik funktioniert

Beim Threading wird ein gedrehter Baumwollfaden über die Haut geführt. An der Stelle, wo sich der Faden verzwirbelt, fasst er feinste Härchen und zieht sie samt Wurzel heraus. Weil der Faden mehrere Härchen in einer Linie gleichzeitig erfasst, lassen sich besonders präzise Konturen ziehen. Geübte Kosmetikerinnen formen so eine ganze Braue in wenigen Minuten.

Anders als beim Zupfen mit der Pinzette, das Härchen einzeln entfernt, arbeitet Threading entlang einer Linie. Das macht die Technik schnell und erlaubt sehr saubere Kanten, gerade an der Unterseite der Braue und im Bereich zwischen den Brauen. Auch feinste Flaumhärchen, die eine Pinzette kaum greift, lassen sich so erfassen.

Threading im Vergleich zu anderen Methoden

MethodePrinzipHaltbarkeitHautbelastungPreis
ThreadingFaden zieht Härchen mit Wurzel2-4 Wochengering, kein Wachs auf Haut8-20 EUR
Wachsenwarmes Wachs reißt Härchen aus2-4 Wochenhöher, kann Haut reizen8-18 EUR
ZupfenPinzette, Haar für Haar1-3 Wochengering, aber langsamselbst oder 10-15 EUR
SugaringZuckerpaste reißt Härchen aus2-4 Wochengering bis mittel10-20 EUR

Vorteile der Fadentechnik

Der größte Pluspunkt ist die Präzision. Weil kein Wachs auf die Haut kommt, eignet sich Threading auch für empfindliche oder zu Unreinheiten neigende Haut. Es bleiben keine Wachsreste, und die Methode reißt keine oberste Hautschicht mit ab, wie es bei Wachs gelegentlich passiert. Das ist besonders relevant für Menschen, die Retinol oder andere Wirkstoffe nutzen, die die Haut empfindlicher machen, denn für sie ist Wachsen oft tabu.

  • Kein Wachs, keine Hitze, kein Hautreißen.
  • Sehr präzise Linien und scharfe Konturen.
  • Schnell, eine Braue in wenigen Minuten.
  • Geeignet für empfindliche und reife Haut.
  • Auch feinster Flaum lässt sich erfassen.

Threading auch für Oberlippe und Gesicht

Obwohl die Braue der Klassiker ist, lässt sich Threading auch an der Oberlippe, am Kinn oder an den Wangen einsetzen. Gerade im empfindlichen Gesichtsbereich schätzen viele, dass keine Hitze und kein Zug einer Wachsfläche nötig sind. Die Technik bleibt dabei dieselbe, nur die Fadenführung wird an die jeweilige Partie angepasst.

Was beim Threading zu beachten ist

Threading ist nicht schmerzfrei, das Ausreißen mehrerer Härchen auf einmal kann kurz zwicken, gerade beim ersten Mal. Die Haut kann danach für eine knappe Stunde leicht gerötet sein. Wichtig ist eine erfahrene Kosmetikerin, denn eine unsaubere Fadenführung kann eingewachsene Härchen begünstigen oder die Form ungleichmäßig machen. Wer zu Herpes neigt oder akute Hautirritationen hat, sollte den Termin verschieben.

Threading entfernt nur, es füllt nicht. Wer lückige Brauen hat, kann die Technik mit einem stützenden Aufbau kombinieren, etwa indem die Härchen parallel ein Brauenserum zum Nachwachsen bekommen. Für dauerhaft definierte, vollere Brauen ist eher ein Brow Lift oder Permanent Make-Up das Thema. Weitere Beiträge stehen in der Kategorie Augenbrauen.

Für wen sich Threading lohnt

Threading lohnt sich für alle, die scharfe, gepflegte Konturen schätzen und empfindliche Haut haben, der Wachs zu viel ist. Es ist günstig, schnell und alle zwei bis vier Wochen wiederholbar, sodass sich eine saubere Form dauerhaft halten lässt. Wer eine Kosmetikerin sucht, die Threading sicher beherrscht, findet passende Adressen auf beautinda.de.